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Die „Kleine Wiesn“ wird groß
München feiert 60 Jahre Frühlingsfest
Wenn der Duft von Zuckerwatte, Bratwürstl und gebrannten Mandeln über die Schwanthalerhöhe weht und im April das erste kühle Helle in die Krüge fließt, ist wieder Zeit für die „Kleine Wiesn“. Und die kleine Schwester des Oktoberfests wird dieses Jahr groß! Das traditionsreiche Frühlingsfest feiert 60-jähriges Jubiläum.
Was 1965 als beschauliches „An-Grillen“ für Schausteller begann, ist heute ein festes Datum im bayerischen Volksfestkalender. Und weil man runde Geburtstage in München bekanntlich ausgiebig zelebriert, gibt es 2026 ein „kleines“ Geschenk: Vom 17. April bis 10. Mai – und damit drei anstatt nur zwei Wochen – ist die Theresienwiese dieses Jahr für die „Kleine Wiesn“ reserviert. „Ich glaube, es ist eine gute Entscheidung, dass wir anlässlich des Jubiläums eine Woche mehr dreingeben, und hoffe, dass ganz viele Münchnerinnen und Münchner dort ihren Spaß haben“, kündigte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bereits letzten Sommer stolz an.
Mit dabei sind dieses Mal zwei große Festzelte (die Festhalle Bayernland der Wirtsfamilie Schöniger und das ehemalige Wiesn-Zelt Hippodrom der Familie Krätz), über 100 Schausteller, Buden mit verführerischen Schmankerln und jede Menge Fahrgeschäfte. Übrigens: An den Dienstagen werden jeweils die Familiennachmittage von 12 bis 19 Uhr mit vergünstigten Preisen angeboten.
Los geht es am 17. April mit einem festlichen Eröffnungsumzug bzw. -einzug: Ab 15 Uhr ziehen die Brauereien und Schauspielerbetriebe von der Theresienhöhe auf die Theresienwiese – hier können sich Münchner wieder auf festlich geschmückte Pferdekutschen mit Bierfässern und bayerischen Blaskapellen freuen.
Oans, zwoa, g’suffa heißt es um 16 Uhr zum Anstich, ehe am Folgesamstag (18. April) die große Schnäppchenjagd auf dem Riesenflohmarkt beginnt. Am ersten Festsonntag (19. April) lockt das alljährliche Oldtimer-Treffen, während am 3. Mai – dem Tag des bayerischen Brauchtums – bayerische Trachtenvereine mit Pferdegespannen und dem Münchner Kindl über das Festgelände ziehen. Zu guter Letzt bedanken sich an den Freitagen die Schausteller mit einem Brillant- und Musikfeuerwerk.
Wir sagen: Auf die nächsten 60 Jahre!
Text: Elisabeth Eschke
Wie war das eigentlich damals?
Der Ursprung des Münchner Frühlingsfests war 1965 weniger die bloße Lust am Feiern, sondern vielmehr eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Auf Drängen der Schaustellerverbände genehmigte die Stadt München erstmals ein Volksfest im April. Nach den harten Wintermonaten sollte das Frühlingsfest es den Schaustellern und Marktleuten ermöglichen, nötiges „Reisegeld“ für den Sommer zu erwirtschaften. Die Anfänge gestalteten sich aus heutiger Sicht jedoch eher pragmatisch. Der Stadtrat legte Wert auf einen bescheidenen Rahmen. So gab es zum Beispiel nur ein Bierzelt mit Platz für 1200 Gäste, in dem bereits um 20:30 Uhr Schankschluss war.